Eine Haltung von Landschildkröten im Terrarium hängt von der Art, den Wetterbedingungen sowie dem natürlichen Lebensraum ab. Die meisten in Gefangenschaft gehaltenen Landschildkröten sind Testudo-Arten, die hauptsächlich im europäischen Raum vorkommen.

Grundlegend ist eine ganzjährige und dauerhafte Haltung von europäischen Arten (z. B. Testudo hermanni hermanni, Testudo hermanni boettgerie, Testudo marginata usw.) im Terrarium nicht artgerecht. Diese Arten kommen sehr gut mit unseren klimatischen Bedingungen zurecht, die auch etwa jahreszeitlich denen im natürlichen Lebensraum entsprechen. Daher ist ein Freilandauf- enthalt von ca. April bis September unbedingt dem Terrarium vorzuziehen. Hinzuzufügen ist, dass die ausschließliche Haltung von europäischen Landschildkröten von vielen Liebhabern oder Haltern kategorisch abgelehnt wird. Diese Meinung teile ich größtenteils unter dem Aspekt, dass hierbei viele Fehler in der Haltung passieren, die meistens für das Tier nicht mehr rückgängig zu machen sind. Zum Teil muss ich aber sagen, dass z. B. Anfänger sich voll und ganz auf die Beratung in einem Zooge- schäft verlassen und sich dort auch sämtliches Zubehör „aufschwatzen“ lassen. Hierbei sind meiner Meinung nach die grundlegenden Probleme – nämlich die falsche Beratung von Anfang an. Aber hierzu habe ich mich bereits ausführlich unter Kaufberatung „ausgelassen“. Ich möchte aber auch zu bedenken geben, dass immer die häuslichen Gegebenheiten mit zu berücksichtigen sind.



Eine Testudo marginata beim Klettern, die andere verweilt.


Eine zeitweise Haltung im Terrarium ist meiner Meinung nach nur notwendig, wenn ein Tier erkrankt ist oder die klimatischen Bedingungen es nicht mehr zulassen (z. B. zu langer Winter, frühzeitig kalter Herbst). Auch ist eine vorübergehende Haltung im Terrarium bei frisch geschlüpften Tieren denkbar, da hier die größte Sterblichkeitsrate zu verzeichnen ist.

Unter Haltung im Terrarium verstehe ich aber auch nicht nur die Haltung in einem üblichen „Glasbehälter“ oder einem selbstgebauten Kasten. Unter Terrarium verstehe ich auch eine Haltung in einem Wintergarten oder raumgroßen Zimmer. Hierzu zählen u. a. Arten, die ihrer Größe nach und ihrem natürlichen Lebensraum spezielle Haltungsbedingungen benötigen; z. B. Steppen-, Savannen- oder Tropenbewohner. Diese Bedingungen können in unseren Breitengraden weder in einer ganzjährigen Freilandhaltung noch in einem üblichen Terrarium umgesetzt werden.

Meine „Europäer“ bewohnen voll ausgestattete Freilandanlagen.


Letztes Update: 20. Januar 2008